ÖFFENTLICHE BAUTEN

AUFTRAGGEBERImmobilien Linz GmbH & CoKG
PLANUNG2005
FERTIGSTELLUNG2006
ORTLinz

Unser Büro sollte anhand eines bereits bestehenden Entwurfs die Einreich- und Ausführungsplanung für die Räumlichkeiten eines Horts übernehmen. Der Entwurf sah eine Aufstockung zwischen bestehendem Turnsaal und Schulgebäude vor. Nach Prüfung der vorhandenen Unterlagen war uns schnell klar, dass die vorgeschlagene Lösung keineswegs den zeitgemäßen Anforderungen an ein Hortgebäude gerecht wird, sehr unwirtschaftlich ist und den Schulbetrieb während der Bauphase massiv beeinträchtigen würde. Neben dem im Nordwesten des Grundstückes gelegenen Turnsaal war eine sehr große, ungenutzte Grünfläche mit altem Buchenbestand vorhanden. Trotz des rigorosen Zeitplans fertigten wir einen Gegenentwurf an, der dieses Areal nutzte, dadurch die bestehenden Gebäude (Schule und Turnsaal) unberührt ließ und somit den Schulbetrieb durchgehend aufrechterhalten konnte. Dieser Ansatz war dermaßen logisch und bestechend, dass seitens des Auftraggebers und der zuständigen Behörden eine Bebauungsplanänderung innerhalb kürzester Zeit möglich war.

Eine Planungsvorgabe bestand darin, dass das Gebäude zu einem späteren Zeitpunkt eventuell aufgestockt werden könnte. Zu unserer Überraschung wurde diese Aufstockung noch während der bereits laufenden Bauarbeiten gefordert und beauftragt, was eine Nacheinreichung innerhalb von 14 Tagen erforderlich machte!

Der schmale Horttrakt wurde orthogonal zum bestehenden Turnsaal an dessen Breitseite angedockt und bildet somit eine geschützte (L-förmige) Gartensituation, die auf den alten Buchenbestand Bezug nimmt. Durch diese Situierung ist es auch möglich, einen gemeinsamen Eingang für Schule und Hort bzw. eine direkte innere Anbindung zu schaffen.

Nebenräume, Personalraum und Sanitärbereiche liegen aneinandergereiht zwischen Bestandsgebäude (Turnsaal) und dem tageslichtdurchfluteten Erschließungsgang, der zur Garderobe bzw. zur Treppe nach oben führt. Gruppenräume, Leitungsbüro, Küche und Speisebereich sind kompakt im rechten Winkel zum Bestandsgebäude angeordnet. Die Öffnung zum Garten mit alten Buchen wird durch großflächige Glasfassadenelemente mit vorgelagerter Spielterrasse akzentuiert. Das auskragende Obergeschoss bildet den konstruktiven Regen- und Sonnenschutz für jenen Bereich. In Verlängerung zu Küche und Essensbereich ist eine Speiseterrasse vorgelagert, die auch als Schwellenzone über zwei Stufen in den Garten führt. Das gartenseitig auskragende Obergeschoss mit weiteren Gruppenräumen und Mehrzweckraum bildet ebenfalls eine schmale Spielterrasse aus, dessen an der Außenkante liegender beweglicher Sonnenschutz im geschlossenen Zustand einen dahinterliegenden, optisch opaken und geschlossenen Raum erzeugt.