ÖFFENTLICHE BAUTEN

AUFTRAGGEBERStadtgemeinde St.Valentin
Nominierung Architekturpreis Vorbildliches Bauen in Niederösterreich
PLANUNG2008-2009
FERTIGSTELLUNG2010
ORTSt.Valentin

Der bestehende dreigruppige Kindergarten im Ortsteil Langenhart war bereits in die Jahre gekommen und entsprach in keiner Weise mehr den heutigen Anforderungen.

Nach Nutzungen während des zweiten Weltkrieges als Lazarett, danach als Volksschule, Sonderschule und Kindergarten wurde der Entschluss gefasst das Bauwerk zu schleifen und am vorhandenen Grundstück einen neuen fünfgruppigen Kindergarten mit zwei Bewegungsräumen zu errichten. Es wurde ein eingeschossiger Bau in der Tradition des in St.Valentin sehr häufig anzutreffenden Mostviertler Vierkanthofs mit Innenhof und punktuell aufgesetzten Obergeschoßen geplant.

Eine überdachte, sandgestrahlte Betonrampe markiert deutlich den Eingang auf der verkehrsruhigen Nordseite und leitet in das Gebäude bzw. zum verglasten Atrium bzw. Innenhof. Durch das in seiner Gestaltung japanisch anmutende und verglaste Atrium können auch Nebenzonen, Gänge, Sanitärräume, usw. mit Tageslicht versorgt werden. Im Sommer können die Kinder im Innenhof unter drei riesigen Sonnenschirmen im Schatten spielen.

Sämtliche Gruppenräume sind durch großflächige Schiebekonstruktionen barrierefrei über eine vorgelagerte, durch die auskragenden Obergeschoße teilweise überdeckte Terrassen mit dem Garten verbunden. Jedem Gruppenraum ist ein zusätzlicher Raum im Obergeschoß zugeordnet welcher über ein „Treppenmöbel“ erreicht wird. Die drei punktuell aufgesetzten Obergeschoße sind jeweils mit grünen, gelben und roten Großformatplatten verkleidet. Diese Farben sind auch im Innenraum den einzelnen Gruppenräumen zugeordnet und dienen der Orientierung, indem die zugehörigen Sanitär- und Abstellräume in den gleichen Farben behandelt wurden.

Mit sehr viel Sorgfalt wurde in der Planung mit der vorhandenen Bepflanzung umgegangen und es konnte durch die entsprechende Situierung des Objekts am Grundstück ein Großteil des alten Baumbestandes erhalten werden.

Unmittelbar vor Beginn der Bauphase wurde am Grundstück ein unterirdischer Bunker aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt. Es wurde beschlossen den Bunker als Spielhöhle für die Kinder und als Zeitdokument zu erhalten. Der Bunker selbst war in tadellosem Zustand – nur die Zugangstreppe war zerstört und verschüttet. Es wurden daher zwei neu Zugänge geschaffen und eine Beleuchtung installiert.

Sämtliches Einbaumobiliar wurde nach eigenen Entwürfen gefertigt. Als Material für die Möblierung der den Kindern zugeordneten Räume, den Garderoben und Innentreppen wurden durchgefärbte, lackierte MDF-Platten in den Farben Gelb und Anthrazit verwendet.