ÖFFENTLICHE BAUTEN

AUFTRAGGEBERGemeinde Ennsdorf
Erweiterung des 2005 fertig gestellten Kindergartens
PLANUNG2008
FERTIGSTELLUNG2008
ORTEnnsdorf

Als wir im Jahr 2003 mit der Planung des Kinderhauses in Ennsdorf begannen, war ein 3-gruppiger Kindergarten mit der Möglichkeit zur späteren Erweiterungsmöglichkeit gewünscht. Im Jahr 2005 wurde der Kindergarten fertig gestellt. Dass die Erweiterungsmöglichkeit bereits 3 Jahre nach Fertigstellung in Anspruch genommen wird, war für uns doch etwas überraschend.

Die Terminvorgaben waren enorm:

Planungsbeginn war Februar 2008 und die Baufertigstellung war mit Anfang September fixiert. Mit dem Bau konnte aber erst kurz vor Ferienbeginn, also Anfang Juni 2008 begonnen werden. Das bedeutete: bis zum Baubeginn ca. 4 Monate Zeit für die Planung und die Erstellung der Ausschreibungen und nicht einmal 4 Monate Bauzeit!

Bis auf die Lieferung einiger Möbelstücke wurde der Terminplan eingehalten und der Kindergartenbetrieb konnte Mitte September aufgenommen werden.

Ursprünglich sollte der bestehende Bau um lediglich 2 Gruppenräume mit den zugehörigen Garderoben und Sanitärräumen erweitert werden. Im Zuge des Planungsprozesses wurde das Raumprogramm um einen Küchen- und Ausspeisungsbereich, einen Bewegungsraum und einen großen Außenabstellraum erweitert. Durch die Anordnung des Zubaus im rechten Winkel wurde unter Einbeziehung des „alten“ Kindergarten, dem neuen Kinderhaus und dem Verbindungsgang zwischen diesen Beiden eine intime, gut überschaubare Hofsituation geschaffen. Ein Unterschied zum ersten Bauabschnitt zeigt sich in der Eingeschoßigkeit. Die Kinder erfahren dadurch keinen Nachteil, da jeder Gruppenraum, anstatt zusätzlicher Räume im Obergeschoss, mit tischlermäßig gefertigten Galerien und darunter liegenden Spielmulden, ausgestattet ist. Die Gruppenräume sind nach Süden orientiert. Jeder Gruppenraum und der Bewegungsraum öffnet sich über die gesamte Raumbreite mittels einer Glasfront mit Schiebetüren hin zum Garten in den großzügigen Innenhof.

Analog zum ersten Bauabschnitt wurde auch beim Erweiterungsbau den Gruppenräumen ein ca. 25 m langes Wasserbecken vorgelagert, welches mit dem bestehenden Becken des ersten Bauteils verbunden ist und ebenfalls mit Schilf, Gräsern und Seerosen bepflanzt wurde. Die heimischen Fische wie Bitterling, Stichling und Moderlieschen werden den Weg ins neue Wasserbecken finden. Einige Kinder haben Ihre eigenen Goldfische mitgebracht und im Biotop ausgesetzt. Vor jeden Gruppenraum sind überdachte, bespielbare Terrassen über das durchlaufende Wasserbecken gelegt, welche die Verbindung zum Garten herstellen.

Mit der großzügigen Glasfront zum Garten und zum Biotop wird eine fließende Grenze zwischen Innen und Außen erreicht. Den Kindern wird dadurch das Beobachten der jahreszeitlichen Veränderungen im Biotop und Garten ermöglicht und somit eine Sensibilisierung für die Vorgänge in der Natur erreicht. Das Farbkonzept mit der prägnanten, gelben Polyurethan-Beschichtung in den Erschließungs- und Sanitärräumen, den warmen, roten Linolböden in den Gruppenräumen und der rostroten Plattenverkleidung an der Fassade wurde weitergeführt, um ein einheitliches Erscheinungsbild der beiden Bauabschnitte zu erreichen.