SONSTIGE BAUTEN + ÖFFENTLICHE BAUTEN

AUFTRAGGEBERGemeinde St.Pantaleon-Erla
1.Preis, Geladener Architekturwettbewerb 2009
PLANUNG2010
FERTIGSTELLUNG2012
ORTSt.Pantaleon-Erla

Eine seitens der Gemeinde und des Musikvereins lange Zeit angestrebte Sanierung des in die Jahre gekommenen bestehenden Musikheimes der kleinen, niederösterreichischen Gemeinde St.Pantaleon-Erla hat sich als unökonomisch herausgestellt. Im Gemeinderat wurde daher beschlossen, das alte Musikheim zu schleifen und an gleicher Stelle ein modernes Musikhaus samt einer Amtsstube zu errichten.

Für die nun angestrebte Planung eines Neubaus wurde von der Gemeinde ein geladener Architekturwettbewerb ausgelobt.

Unser Siegerprojekt sieht einen zweigeschossigen, kompakten Baukörper mit leicht geneigtem Satteldach vor. Der Baukörper platziert sich frontal zum Dorfplatz, nimmt die Baufluchtlinie des angrenzenden ehemaligen Gasthauses Maier auf und schließt den Dorfplatz. Durch die grundsätzliche Grundrisslösung eines rechteckig- schlanken Körpers entlang der Grundgrenze parallel zur nordöstlichen Zufahrtsstraße und der etwas zurückversetzten Andockung des trapezförmigen Probensaals entsteht ein einladender, durch die großflächige Auskragung des Daches, geschützter Vorplatz als Schwellenbereich der zum Eingangsportal überleitet, den Dorfplatz erweitert und den Blick hinauf zur Kirche und zum Schloss Erla – eine wichtige baukulturelle Markierung des Dorfes – miteinbezieht.

Die Gemeindestube für den kleinen Ortsteil Erla wurde im Erdgeschoß situiert und durch die Transparenz der etwas zurückgesetzten Glasfassaden zum Dorfplatz bzw. dem Gebäudevorplatz hin geöffnet. Den Abschluss im Osten bildet ein Innenhof – ein mit einer Mauer eingefriedeter Gartenbereich, der direkt vom Aufenthaltsraum der Musiker begeh- und nutzbar ist und durch eine großflächige Glasschiebekonstruktion verschmilzt der Außenraum mit dem Innenraum.

Den südlichen Gebäudeteil bildet der, auch aus akustischen Gründen, trapezförmige Probensaal des Musikvereins. Er erstreckt sich über zwei Geschoße und ist auch vom Obergeschoß über eine großzügige Eckverglasung einsichtig.

Großflächige Verglasungen, horizontale Fensterbänder und vertikale, gebäudehohe Einschnitte in den Fassaden strukturieren die Flächen. Eine raumhoher Glasschlitz im rückwertigen Teil des Probensaals stellt auch von hier den Bezug zum Innenhof her.

Der Neubau eines öffentlichen Gebäudes darf sich nicht an die bestehende, alte Bausubstanz in karikaturhafter Weise anbiedern, sondern muss einen modernen, eigenständigen, das Ortsbild aufwertenden architektonischen Charakter zeigen.