DENKMALGESCHÜTZTE BAUTEN

AUFTRAGGEBERKolpingfamilie Steyr
Generalsanierung des denkmalgeschützten Bruderhauses und der Kirche zur Neunutzung als Studentenwohnheim für 16 Studierende.
PLANUNG2000
FERTIGSTELLUNG2004
ORTSteyr

Offensichtlich zufrieden mit Planung und Ausführung der Sanierung des Kolpinghauses in Steyr (1999) beauftragte der Bauherr (Kolpingfamilie Steyr) unser Team abermals mit der Betreuung eines neuen Planungs- und Revitalisierungsauftrages. Diesmal galt es das denkmalgeschützte Bruderhaus in Steyr samt dazugehöriger Bruderhauskirche und Außenanlage umzuplanen und zu sanieren.

Geschichte des Bruderhauses und der Bruderhauskirche:

Spätmittelalterliches Versorgungshaus im „äußeren Steyrdorf“ in der Sierningerstraße. Diese hieß einst Siechenstraße, was auch Aufschluss über die ehemalige Funktion des Bruderhauses gibt.

1380    Erstmals im Stiftbrief von Heinrich Vorstehers Witwe urkundlich erwähnt

1511    Errichtung der Kirche durch Hans Lueger in Form eines Anbaues an das bestehende Bruderhaus

1670    Abbruch und Neubau des Hauses auf Grund von Baufälligkeit

1749    Zerstörung des Komplexes beim Großbrand von Steyr

1750    Wiederaufbau unter Baumeister Gotthard Hayberger

1842    Ein weiterer Brand, welcher den Turm der Kirche zum Einsturz bringt und Teile des barocken Dachstuhls vernichtet

1845    Weihe und Aufsetzung des Turmkreuzes

2000    Kauf der Bruderhauskirche und des Bruderhauses durch die Pfarre St.Michael

2003    Beginn der Sanierungs- und Umbauarbeiten

2004    Feierliche Eröffnung und Weihe durch Diözesanbischof Maximilian Aichern, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Zentralpräses des Kolpingwerkes Prof. Ludwig Zack, Pfarrer Präses Monsignore Dr. Alexander Kronsteiner und Vertretern der Stadt Steyr.Blieb die Kirche in ihrer Funktion als solche bestehen wurden im Bruderhaus jeweils zwei klösterliche Kleinstzellen zusammengelegt, um auch hier Studentenzimmer (mit integriertem Sanitärbereich und allgemeinen Gemeinschaftsküchen) unterzubringen, was sich insofern als schlüssig erweist, da das Bruderhaus in organisatorischer Verbindung mit dem Kolpinghaus bzw. der Kolpingfamilie Steyr steht. Aus wirtschaftlichen Gründen war es erforderlich auch den denkmalgeschützten Dachraum in die Planung miteinzubeziehen. Auflage des Denkmalamtes war es, den Dachstuhl in seiner ganzen Substanz zu erhalten und das Vollgespärre sichtbar zu lassen. Die Abstände der Bundwerke geben die Rasterung für die Einfügung der Studentenzimmer vor. Die Trennwände der einzelnen Zimmer wurden daher folgerichtig mit Distanz neben die Hauptgespärre gestellt. Strategisch eingesetzte Schiebetüren vermitteln räumliche Weitläufigkeit statt klösterlicher Enge. Auch im Erdgeschoss, welches nun als Gemeinschafts-, Aufenthalts- und Speiseraum dient, zeigt sich die respektvolle Haltung dem Gebäude gegenüber, indem das Kreuzgewölbe von störenden Zwischenwänden befreit und sorgsam renoviert wurde. Der Gemeinschaftsraum steht in direkter Verbindung zur Bruderhauskirche und wird auch für kleine kirchliche Feiern wie Taufen und Trauungen verwendet. Weiß verputzte Oberflächen und eine in ihrer Patina und Rauheit belassene Natursteinsäule betonen die Ausformung der vorhandenen baumeisterlichen Konstruktion.

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