WETTBEWERBE

AUFTRAGGEBERDie Siedlung, Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgen. Amstetten 12 Reihenhäuserchaft für OÖ eingetr. GmbH. LEBENSRÄUME, Gemeinn. Wohnungsgenossenschaft eingetr. GmbH
ORTSt.Martin im Ybbsfeld

Das Konzept sieht zwei sehr schlichte Einzelbaukörper vor. Diese ruhen jeweils auf einem lang gestreckten Baukörper mit nach Süden bzw. Südwesten ausgerichteten Eigengärten bzw. Terrassen. Auf Grund der Hanglage erreicht man eine wirtschaftliche und sinnvolle Barrierefreiheit nur mit dem Einbau eines Liftes. Ein Parkierungsstreifen von 16,5m Breite schneidet so tief in das Gelände ein, dass die behindertengerechten Wohnungen nur durch eine mindestens 30m lange Rampe erreichbar wären. Die Kosten für die Rampe die nötige Aufschließungsstrasse und die entsprechenden Parkplätze rechtfertigen den Einbau eines Liftes je Bauabschnitt. Durch den Einbau eines Liftes ist die gesamte Anlage behindertengerecht und nicht wie in der Auslobung gewünscht auf die hochwertigen Erdgeschosswohnungen mit den Eigengärten beschränkt.

Die großteils offene Parkierung erfolgt entlang der Landesstrasse am tiefsten Punkt des Grundstückes. Im ersten Bauabschnitt erreicht man durch Überdeckung des nördlichen Parkstreifens eine Terrassenzone für die Erdgeschoßwohnungen. Die Zufahrt zum Parkplatz entspricht dem Wunsch des Auslobers und die Verkehrsinsel kann belassen werden. Jeder Baukörper ist von der Parkierungsebene mit einem direkten Zugang zu den zentralen Stiegenhäusern mit Lift erschlossen. Entlang dieses Zugangsbereiches befinden sich die Fahrradabstellräume und die Technikzentrale mit entsprechendem Lagerraum welcher dem gewünschten Heizsystem angepasst werden kann. Im zweiten Bauabschnitt ist nur eine Übergabestation vorgesehen.

Die Stiegenhäuser sind über ein Oberlicht in der Dachebene belichtet. Durch die Ausbildung eines großzügigen Stiegenauges erreicht das Licht auch die unterste Ebene und lässt den Zugang hell und freundlich erscheinen. Über eine Freitreppe zwischen den beiden Baukörpern erreicht man die nordseitig gelegene Erschließungsachse der Erdgeschosswohnungen welche die zentralen Stiegenhäuser und einen Spielhof tangiert. Nordseitig in den Hang gebaut befinden sich Nebenräume wie Kellerabteile, Waschküche, Trockenraum bzw. auch Gemeinschaftsräume für Spiel und Sport welche sich zu gedeckten Bereichen öffnen.

Die sehr strengen kubischen Baukörper haben eine umlaufende Terrassen- bzw. Loggienzone welche mit Schiebeläden in der Außenkontur ausgestattet sind. Diese dienen sowohl dem Sonnenschutz als auch zur Schaffung intimer Loggienbereiche. Durch die unterschiedlichen individuellen Positionierungen wird der schlichte Baukörper sehr lebendig erscheinen.

ANMERKUNG

Mit dem Wunsch des Auslobers nach offener Parkierung und einer Wohnnutzfläche von max. 2800 m² erreicht man eine sehr hohe Dichte für diese ländliche Region. Die Dichte entspricht einer städtischen Situation. Das vorliegende Projekt erfüllt die wirtschaftlichen Wünsche des Auslobers. Das durch den Lift zusätzlich machbare Geschoss ermöglicht großzügige Abstände zwischen den Baukörpern und lässt die Bebauung dadurch lockerer erscheinen. Eine mögliche Regulierung zwischen dem wirtschaftlichen Wunsch des Auslobers und dem für die Region verträglichen Bebauungsgrad könnte auf einfache Weise erzielt werden indem das oberste Geschoß straßenseitig etwas zurückgesetzt wird.